Studiobühne Leipzig
12. Mai 2006 Suchender Bubi

Studiobühne inszeniert Hasenclevers “Der Sohn”
Es ist diese zaghafte Berührung, die nicht in den klobigen Konflikt passen will. Die allseits besorgte Gouvernante (Kerstin Lange) zuckt zusammen, erschrickt vor der Wärme des Sohnes. Sein Vater senkt den Kopf, schaut nicht zu. Der Vater (hervorragend: Dietmar Voigt), ein adrett gekleideter Mann, der zu grauem Anzug Hut und Fliege trägt, ist dem Wilhelminismus verpflichtet, seinen Sohn (Rüdiger Hauffe) will er schuften sehen. Der aber hat die Examensprüfung vergeigt und nun soll er eine Frau lieben? Eine Schande, eine Schmach. Vater versus Sohn - das ist ein Konflikt, der spätestens seit Freuds Ödipus aufgegriffen und aufgeführt wird. Am Samstag hatte im Lofft Hasenclevers “Der Sohn” Premiere, eine Inszenierung von Studiobühne und Vorbeitreibende Opfer.
In dem expressionistischen Stück bleiben dem schwachen Sprössling nur Schweiß, Tränen und der Drang auszubrechen, sich auszutoben. Der Freund (eindrucksvoll: Marco Runge), ein langhaariger Hippie, verführt zur Rebellion: Der Sohn flieht aus der Wirklichkeit, wandelt sich vom Bubi zum selbstbewussten, freien Mann, der die Wirklichkeit bejaht. Er stürmt nach draußen, wo Madame ihn entjungfert und Frau zum Symbol der Selbstbestimmung wird.
Hasenclevers “Der Sohn” sorgte bei der Uraufführung 1916 in Prag für reichlich Furore, denn das Stück ruft die junge Generation zur radikalen Veränderung auf. Auch 90 Jahre später, wirkt das authentisch, vielleicht gerade weil nicht der Versuch gemacht wird, den Generationenkonflikt neu und modern aufzubereiten. Die Reclamheftchen, die der Sohn zum Trotz um sich schmeißt, sind alt und zerfleddert, nicht aber die Figuren und auch nicht die Emotionen, wenn der Sohn rebelliert und, zum Vatermord angestiftet, den Revolver zückt. Doch die Bewegung rattert, stoppt, will, aber darf nicht weiter, denn der Vater schaut nicht mehr zu, hält den Kopf bereits gesenkt. Das Drama endet tödlich, auch ohne den finalen Schuss. Klobig? Klotzig? Vielleicht kalt, aber aufgelöst.
Sonja Hartwig

Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 10. 04. 2006, Seite 11


9. Mai 2006 WERKSTATT: Durch stille Wasser waten

In Koproduktion mit den Connewitzer Kammerspielen präsentieren wir in der Werkstattreihe:

Ein Stück über Kunst und Macht der Stille. Schweigen kann viele Gründe haben: Geheimnisse, Ignoranz, Ideenmangel. Stille kann Spannung steigern oder grausam werden. Oder witzig.
Im Stück wird nicht nur munter einhergeschwiegen – es wird auch gearbeitet! Während eine Crew auf der Bühne die Vorbereitungen für ein Hörspielcasting trifft, steht dem Publikum eine Mitstreiterin zur Seite, die verhandelt und erklärt. Sie wird das Schweigen brechen und die Menschen auf der Bühne sprechen machen.

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Termin:
Mi 07.06., 20:00 Uhr, Do 08.06., 22Uhr
Probebühne Lofft Lindenauer Markt 21 04177 Leipzig
Preise:4,-/6,- €

Eine Produktion von Connewitzer Cammerspielen und Studiobühne Leipzig in Zusammenarbeit mit LOFFT.

Mit: Iris Schröder, Katharina Lang, Ulrike Schneider u.a. Regie: Anke Klöpsch Text: Anna Clevitz Bühnenbild: Jens Kump Ton: Pascal Keimel

link:www.cammerspiele.de


5. Mai 2006 WERKSTATT: Theaterlabor Machinima - Mensch-Maschine-Puppe startet

In Teil 1 der Machinima-Reihe zeigen wir am 5. und 6. Mai die erste Machinima-Produktion aus dem Theaterlabor. “All about Machinima” gibt einen Einblick in die aktuelle Machinima-Szene.

Anschliessend demonstratieren wir, wie man mit der 3D-Software Blender und dem Spiel Cube ein Produktionsumgebung für Machinimas erzeugen kann.

Höhepunkt des Abens ist die erste Machinima-Karaoke-Show überhaupt. Die Stars von morgen sind mitten unter uns.

all about machinimaall about machinima
all about machinima

nächste Vorstellung: Samstag, 6. Mai, 22 Uhr
im LOFFT, Lindenauer Markt 21, Leipzig (Straßenbahn 7,8,15)

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5. Mai 2006 Was ist Machinima?

„Machinima“ ist die Bezeichnung für eine Form von Animationsfilmen, die auf der Basis von Computerspielen produziert werden. Verwendet werden sogenannte Ego-Shooter, bei denen mehrere Spieler miteinander vernetzt spielen können. Diese Spiele werden so manipuliert, daß eigene Figuren und Spielumgebungen verwendet werden können. Den ganzen Beitrag lesen »